NEWSID: 2051
Datum: 22.06.2020 - 08:00 Uhr | Schleswig-Holstein

Flauschige Freude trotz Corona-Zwangspause: Kamelstute „Laika“ bringt kerngesundes Fohlen zur Welt

Zirkus war im März in Dithmarschen gestrandet - Trächtige Kamelstute „Laika“ brachte fast 50 Kilo schweres Fohlen während noch andauernder Zwangspause zur Welt - Mutter und Fohlen wohlauf

Flauschige Freude trotz Corona-Zwangspause: Kamelstute „Laika“ bringt kerngesundes Fohlen zur Welt: Zirkus war im März in Dithmarschen gestrandet - Trächtige Kamelstute „Laika“ brachte fast 50 Kilo schweres Fohlen während noch andauernder Zwangspause zur Welt - Mutter und Fohlen wohlauf

Datum: 22.06.2020 - 08:00 Uhr
Ort: Sankt Michaelisdonn / Schleswig-Holstein / Kreis Dithmarschen

Die Corona-Pandemie hat das Leben gehörig durcheinandergewirbelt - und sorgt aber auch für schöne Geschichten und eine kleine Sensation ganz im Norden des Landes mit Bildern zum verlieben: Da der Zirkus „Granada“ der Familie Lauenburger aufgrund des Veranstaltungs- und Versammlungsverbotes keine Vorstellungen mehr anbieten durfte, strandete der Familienbetrieb Mitte März mit allen Tieren auf einer Weide im Kreis Dithmarschen. Es waren harte Wochen ohne Einnahmen für die Familie - doch nun zauberte Kameldame Laika (3) wieder ein Lächeln in die Augen der Zirkusfamilie.
Sie brachte ein kerngesundes Fohlen zur Welt - mit fast 50 Kilogramm ein echter Wonneproppen mit grau-glänzendem Fell und leuchtenden Augen.
Die Geburt war dabei annähernd genau so schwierig wie die momentane Lage des Zirkus - Nicht weniger als drei Helfer mussten assistieren, bevor das Fohlen schließlich das Licht der Welt erblickte. Es dürfte sich dabei um die erste Geburt eines Kamels in den Geschichtsbüchern des Kreises handeln. 
Auch der Vater, Kamelhengst „Sahib“ lebt im Zirkus und nahm die Geburt zur Kenntnis.
Nun genießen die frischgebackene Kamelmama und ihr noch namenloses Fohlen die Ruhe, die sich in dem Zirkus zwangsläufig breit gemacht hat. 
Doch auch hier zeichnet sich wieder ein Weg in die Normalität ab: Die Manege ist aufgebaut und hergerichtet und ab kommenden Donnerstag gibt es wieder Vorstellungen, für die Karten im Vorverkauf erhältlich sind. Und wer Glück hat, kann auf dem Gelände vielleicht sogar einen Blick auf den flauschigen Kamelnachwuchs werfen.

Unter der NEWSID: 2034 finden Sie noch einen weiteren Beitrag über den Zirkus Granada zur Corona-Krise.

© westkuesten-news.de / Florian Sprenger
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Unsere O-Töne
Mehrere O-Töne, teils auch situativ, mit Karl Lauenburger, Zirkusdirektor: „...ausführlich zur Geburt des Kamelbabys, zum Gesundheitszustand von Mutter und Fohlen, zur Situation des Zirkus während der Zwangspause und den nun wieder startenden Vorstellungen...“

Herr Lauenburger zur Geburt:"Die Geburt ist soweit sehr gut verlaufen. Wir mussten noch etwas ziehen, weil es doch ein recht kräftiges Kamel ist. Die Stute konnte nur bis zum ersten Höcker das Fohlen rauspressen, bis es nicht mehr ging. Da haben ich denn mitgeholfen. Wir mussten mit insgesamt drei Mann ziehen. Dann ist sie aufgestanden und das Fohlen kam raus. Wenig später kam denn auch der Tierarzt und hat das Fohlen gleich drei Spritzen geimpft. Wir sind zufrieden und glücklich, das beide Tiere gesund und munter sind. Ich hatte letzte Nacht kaum geschlafen, weil die Mutter das Kleine nicht säugen wollte. Sowas ist immer sehr problematisch, weil die Fohlen nach der Geburt gleich die erste Milch haben müssen. In der Milch sind wichtige Abwehrstoffe für das Fohlen. Ich hatte auch schon Angst und die Befürchtung, dass die Mutter ihr Fohlen nicht annimmt und auch nicht säugt. Heute Morgen um halb sechs hat die Kleine denn zum Glück selber getrunken. Wir hatten mit dem Nachwuchs gar nicht gerechnet, weil der Hengst auch noch so jung ist. Wir sind total stolz auf das Kleine. Sie ist kerngesund und fühlt sich auch pudelwohl in der neuen Welt. Einen Namen haben wir noch nicht. Wäre es ein Männchen geworden, hätten wir ihn wohl Volker getauft, nach dem Bürgermeister von St. Michaelisdonn Volker Nielsen. Er hat uns hier sehr geholfen und ist ein sehr intelligenter Mann. Vielleicht wäre das Kamel denn genau so intelligent geworden. (Er lacht) Vielleicht fällt dem Bürgermeisten noch einen Namen ein. 

Herr Lauenburger erklärt den Ablauf für die erste Vorstellung mit den Hygieneregeln: "Die Gäste kommen hier rein, können ein Ticket kaufen oder zeigen reserviertes Ticket an der Kasse vor. Jeder Gast muss sich selbst einen Stuhl nehmen, der vorher von uns desinfiziert wurde. Im Zelt sind überall Hinweisschilder, wo denn drauf steht, dass der Abstand eingehalten werden muss. Der Ein- und Ausgang ist eine Einbahnstraße. Wir haben jetzt auch keine Tribühne sondern nur Stühle, weil wir sonst die Abstände nicht einhalten können und es würde zu eng werden. Im Zelt ist auch Maskenpflicht. Wir machen es so, wie es vom Amt aufgetragen wird, um auch keinen Ärger zu bekommen. Wir müssen auch erstmal sehen, wie viele Gäste kommen und Interesse haben, sich hier überhaupt reinzusetzten. Immerhin haben wir zwei Stunden Programm und das heißt schon was hier mit einer Maske zu sitzen." 

Herr Lauenburger über die Corona-Krise: "Die letzten Monate waren für uns hart. Wir konnten nicht auftreten und sind so etwas gar nicht gewohnt, weil wir Sommer wie Winter immer unterwegs sind. Wir hatten aber auch Glück im Unglück gehabt, dass wir hier in St. Michaelisdonn gelandet sind, weil uns der Bürgermeister und die Bevölkerung sehr geholfen haben. Ohne diese Hilfe hätte es uns jetzt nicht mehr gegeben. Der Bürgermeister Volker Nielsen hat dafür gesorgt, dass wir hier diesen Platz und auch viele Spenden bekommen haben. Er hat sich sehr für uns eingesetzt und auch sogar ein Spendenkonto eingerichtet. Sowas hat ein Bürgermeister vorher noch nie für uns getan. Wir können ihn einfach nicht genug dafür danken, dass er das überhaupt für uns getan hat. Da könnten sich andere Gemeinden gerne mal eine Scheibe von abschneiden. 
Ab Donnerstag können wir jetzt wieder das erste Mal wieder auftreten mit beschränkter Zuschauerzahl. Während der Vorstellung müssen alle Zuschauer eine Maske tragen. Wir dürfen maximal 50 Besucher empfangen unter Einhaltung des Abstandes. Noch dürfen wir nicht weiterziehen, aber wenn wir es wieder dürfen, würden wir mit 50 Besucher nicht klar kommen, da die Transportkosten dafür einfach zu hoch sind. Denn müssen wir natürlich noch die Futterkosten, die Werbung und die Standgebühren mit einberechnen. Wir gastieren jetzt noch bis zum 1. August in St.Michaelisdonn und jeden Sonntag geben wir eine kostenlose Vorstellung für alle Spender."

    Unsere Bilder
  • Gestrandeter Zirkus mit Zelten auf Weide
  • Kamelmutter Laika mit ihrem Fohlen im Gehege
  • Fohlen steht auf eigenen Beinen bei der Mutter
  • Zirkusdirektor Karl Lauenburger geht zu den Tieren, spricht mit ihnen, streichelt Mutter und Fohlen
  • Zahlreiche Einstellungen von Mutter und Fohlen
  • Weitere Tiere auf Gelände
  • Leere Manege, Hinweisschilder auf Hygienemaßnahmen für kommende Vorstellungen
  • diverse Schnittbilder

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