NEWSID: 2134
Datum: 12.03.2021 - 01:30 Uhr | Schleswig-Holstein

Stromausfall macht Anwohner auf schweren Unfall aufmerksam: Auto kracht in Stromkasten und überschlägt sich - Nachbarn vemuten zunächst Einbruch und rufen Polizei

Vier O-Töne vor Ort - Weiter Anwohner will nach dem Rechten sehen und findet Auto im Graben - Feuerwehr kann keine Person im Unfallwagen finden - stark alkoholisierter Fahrer wurde vermutlich aus Wagen geschleudert und wird erst bei Suchmaßnahmen gefunden

Stromausfall macht Anwohner auf schweren Unfall aufmerksam: Auto kracht in Stromkasten und überschlägt sich - Nachbarn vemuten zunächst Einbruch und rufen Polizei: Vier O-Töne vor Ort - Weiter Anwohner will nach dem Rechten sehen und findet Auto im Graben - Feuerwehr kann keine Person im Unfallwagen finden - stark alkoholisierter Fahrer wurde vermutlich aus Wagen geschleudert und wird erst bei Suchmaßnahmen gefunden

Datum: 12.03.2021 - 01:30 Uhr
Ort: Bokhorst / Schleswig-Holstein / Kreis Steinburg

Als Anita Wremsch am frühen Freitagmorgen von einem lauten Knall geweckt wurde und feststellte, dass die Wohnung stromlos war, vermutete sie zunächst, dass sich wieder Unbekannte an dem Stromkasten vor ihrer Haustür zu schaffen machten - wie einige Wochen zuvor. Als die Frau dann die Polizei anrief, riet diese ihr wieder ins Bett zu gehen - sagte aber zu, einen Streifenwagen zu schicken. In der Zwischenzeit hatte sich ihr Nachbar Hendrik Baum bereits in sein Auto begeben, um nach dem Grund für den Stromausfall zu forschen - er vermutete einen Sturmschaden. Doch schon wenige Minuten später stellte sich die Situation komplett anders dar. Ein Renault lag schwer beschädigt auf dem Dach neben der Dorfstraße. "Ich habe dann sofort die Rettungsleitstelle angerufen", so Hendrik Baum. Diese löste dann auch Großalarm aus, da man davon ausging, dass sich der Fahrer noch in dem auf dem Kopf leigenden Wagen befinden würde. Als die Helfer am Einsatzort eintrafen, konnte sie keine Person in dem überschlagenen Renault vorfinden. Bei der Absuche der näheren Umgebung allerdings fanden sie dann einen 27- Jährigen Mann unweit der Unfallstelle im Graben, der möglicherweise der Fahrer des Fahrzeugs war. Der Mann gab noch an, dass sich zum Unfallzeitpunkt noch eine zweite Person im Wagen befand - dies konnte die Polizei jedoch nicht zweifelsfrei bestätigen.
Da die Angaben aber ernst genommen werden müssen, wurde noch in der Nacht eine Suchaktion gestartet.
Als die Beamten dem Mann einem Alkoholtest unterzogen, pustete der Verletzte 2,14 Promille.
Er wurde anschließend mit Polizeibegleitung ins Krankenhaus eingeliefert.
Nach Polizeiangaben ereignete sich der Unfall gegen 1:30 Uhr, als der Wagen aus noch ungeklärter Ursache aus Richtung der Anschlussstelle Hanerau-Hardemarschen kommend die Dorfstraße entlangfuhr und die Kontrolle verlor.
Die Feuerwehr leuchtet die Unfallstelle für die Rettungs- und Suchmaßnahmen aus und räumte die Straße von Unfalltrümmern.
Die Dorfstraße blieb für die Maßnahmen für rund zwei Stunden voll gesperrt. Der Unfallwagen wurde von Abschleppunternehmer Mathias Köhler geborgen - dieser musste besonders behusam vorgehen. "Um keine Spuren zu verwischen, durften wir nicht in das Fahrzeug. Daher mussten wir es mit einem Kran bergen".
Um die Wiederherstellung der Stromversorgung für die aufmerksamen Nachbarn, die dem Unfallfahrer womöglich das Leben gerettet haben, kümmerte sich ein Techniker des Energieversorgers.

© westkuesten-news.de / Florian Sprenger
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Unsere O-Töne
O-Ton Anita Wremsch - Anwohnerin: "Ich wurde wach und wollte nach der Uhr gucken, doch da war nichts mehr, weil die Uhr dunkel war. Denn wollte ich die Nachttischlampe an machen, aber das ging ja auch nicht. Ich hatte gesehen, dass alle Bewegungsmelder an waren, aber es war nirgendwo Licht. Dann hatte ich auch noch in den Stromkasten gesehen, ob da auch noch alle Sicherungen drin sind, aber da konnte ich auch nichts erkennen. Ich habe dann plötzlich Angst bekommen, dass hier welche bei mir einbrechen wollen, weil vor drei Wochen ist der Stromkasten schonmal aufgebrochen gewesen und beim Nachbarn ist der ganz und gar kaputt. Beim Nachbarn war damals kein Strom, aber ich hatte noch welchen. Auf meiner Uhr habe ich dann gesehen dass es 01:15 Uhr ist. Da mein Telefon ja auch nicht mehr ging, habe ich mein Handy genommen und die Polizei angerufen. Ich bin wohl auch von dem Knall wach geworden, weil sonst höre ich bei mir nicht viel. Als ich die Polizei anrief, wollten die das erst gar nicht so Recht glauben und meinten, ich sollte wieder ins Bett gehen. Die glauben nicht, dass da was ist und wollten aber einen Streifenwagen vorbei schicken.

O-Ton Hendrik Baum - Anwohner: 
"Ich habe gerade zu Hause Fernsehen geguckt und wollte eigentlich gleich zu Bett gehen und auf einmal war der Strom weg. Ich wollte kurz ins Dorf fahren, um zu schauen, ob die Nachbarn Strom haben. Ich dachte vielleicht ist Strom aufgrund des Sturms ausgefallen.
Als ich denn die Straße hier entlang gefahren bin, habe ich das Auto mit Warnblinklicht im Graben liegen sehen. Bin denn sofort ausgestiegen und habe die Rettungsleitstelle angerufen. Im Wagen habe ich denn aber keine Person mehr vorgefunden. Kurze Zeit später war denn auch der Rettungsdienst und die Polizei da."

O-Ton Hans-Heinrich Ehlers - Feuerwehr Bokhorst: "Wir wurden alarmiert, da ein Fahrzeug im Graben lag. Daraufhin sind unsere Einsatzkräfte ausgerückt und haben die Gemeindewehr Schenefeld nachalarmiert wegen technischer Hilfeleistung. Die Person war nicht mehr anwesend bzw. auffindbar. Anschließend stellte sich heraus, dass sich die Person ein einem anderen Gebäude 300 Meter weiter befindet. Anfangs wurde von der Person behauptet, dass sie alleine war. Minuten später hieß es, es war noch eine zweite Person im Auto. Daraufhin haben wir den Schleuderbereich mit einer Wärmebildkamera und allen verfügbaren Einsatzkräften abgesucht. Nach einigen weiteren Minuten hat die Person in der Befragung gesagt, dass die zweite Person die im Fahrzeug war schon lange abgeholt wurde und weit weg ist. Damit war für uns die Aufgabe erledigt. Das Auto wird jetzt geborgen und wir warten noch auf die Netz AG, weil ein Stromkasten schwer beschädigt wurde."

O-Ton Mathias Köhler - Abschleppunternehmer: "Da wir nicht in das Fahrzeug rein durften, war für uns die Bergung etwas schwieriger. Das Fahrzeug musste daher erst mit dem Kran gedreht werden und anschließend mit der Seilwinde verladen werden, um keine Spuren zu verursachen."

    Unsere Bilder
  • Totale der Unfallstelle
  • zertrümmerter Stromkasten
  • völlig zerstörtes Auto liegt seitlich im Straßengraben
  • Nahaufnahme der Schäden
  • Rettungsdienst verlässt mit Streifenwagen die Einsatzstelle
  • Bergung des Unfallfahrzeugs
  • Polizei untersucht Unfallwagen
  • Feuerwehr räumt Trümmerteile weg
  • Trümmerfeld neben der Fahrbahn
  • Techniker des Energieversorgers vor Ort
  • Schnittbilder

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