NEWSID: 2145
Datum: 22.04.2021 - 17:05 Uhr | Schleswig-Holstein

Flammen zerstören historische Wohnidylle: Fast 200 Jahre altes Reetdachhaus bei Großfeuer in Schutt und Asche gelegt

Nachbar rettet Bewohner aus dem brennenden Haus - Haus aus dem Jahre 1832 stand bei Eintreffen der Feuerwehr schon in Vollbrand - Auch Nebengebäude mit Strohlager brennt nieder - Starker Wind facht Feuer zusätzlich an - Rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz - Bewohner bleiben unverletzt

Flammen zerstören historische Wohnidylle: Fast 200 Jahre altes Reetdachhaus bei Großfeuer in Schutt und Asche gelegt: Nachbar rettet Bewohner aus dem brennenden Haus - Haus aus dem Jahre 1832 stand bei Eintreffen der Feuerwehr schon in Vollbrand - Auch Nebengebäude mit Strohlager brennt nieder - Starker Wind facht Feuer zusätzlich an - Rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz - Bewohner bleiben unverletzt

Datum: 22.04.2021 - 17:05 Uhr
Ort: Norderbrarup / Schleswig-Holstein / Kreis Schleswig-Flensburg

Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, war von dem Haus im Grunde schon nichts mehr zu retten - denn die starke Rauchentwicklung aus dem Reetdach deutete schon darauf hin, dass sich der Brand bereits weit in dem Haus ausgebreitet hatte. Kurze Zeit später loderten dann schon die Flammen aus dem Strohdach des im Jahre 1832 erbauten und liebevoll restaurierten und erhaltenem Gebäude.
Ein Nachbar hatte die Rauchentwicklung bemerkt, die Feuerwehr alarmiert und mitgeteilt dass die Bewohner sich noch im Haus befinden sollten. Danach klingelte er am Haus und rettete die Hausbewohner, die bis dahin das Feuer noch nicht bemerkt hatten. Da sich noch zwei Hunde und zwei Katzen in dem Haus befanden, wollte eine Bewohnerin noch einmal in das Haus zurücklaufen - wurde aber von dem Nachbarn zurückgehalten. Die Tiere hatten sich nach Angaben der Feuerwehr aber auch ins Freie retten können - sie wurden während des Einsatzes unverletzt aufgefunden.
Die Bewohner blieben unverletzt, konnten aber nur noch tatenlos zusehen, wie ihr Wohnidyll von den Flammen vernichtet wurde. Der starke Wind fachte das Feuer zusätzlich an und erschwerte die Arbeiten.
Mit einem Löschangriff von allen Gebäudeseiten versuchten die Einsatzkräfte, den Brand einzudämmen. Die Löscharbeiten waren kräftezehrend und schwierig: Denn aufgrund der starken Rauchentwicklung mussten die Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz löschen. Zudem musste das brennende und teilweise vom Dach herabfallende Reet mühevoll von Hand auseinandergezogen und abgelöscht werden. Der Dachstuhl stürzte noch während des Einsatzes in sich zusammen.
Für das 189 Jahre alte Wohnhaus gab es trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr leider keine Rettung mehr. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer breitete sich auch auf einen Anbau mit Wohnungen und einem Strohlager aus. Dieser brannte ebenfalls komplett aus. Auch ein Carport und ein Auto sowie darin untergestellte Fahrräder wurden ein Raub der Flammen. 
Die Ortsdurchfahrt von Norderbrarup musste während der stundenlangen Löscharbeiten voll gesperrt werden.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurden die Bewohner in Norderbrarup und Umgebung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Unklar ist indes noch, warum das Feuer in dem Haus ausgebrochen ist. Die Polizei hat noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen aufgenommen und die Brandstelle für weitere Untersuchungen beschlagnahmt.

© westkuesten-news.de / Heiko Thomsen
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Unsere O-Töne
O-Ton Jasper Hentschel, Pressesprecher Feuerwehr Süderbrarup: "...Wir befinden uns an einer Brandstelle in Norderbrarup. Hier kam es am Nachmittag zur Alarmierung der Feuerwehren im Bezirk Norderbrarup zu einem Brandeinsatz. Im Hintergrund brennt ein reetgedecktes Haus. Beim Eintreffen bestätigten sich die ersten Meldungen, dass sich noch Personen im Haus befinden sollten, zum Glück nicht. Allerdings musste die Bewohnerin von Nachbarn zurückgehalten werden, da sie versucht hatte in das brennende Haus zurückzukehren um ihre zwei Hunde und zwei Katzen zu retten. Die Tiere wurden im Einsatzverlauf hier an der Einsatzstelle gefunden, denen geht es gut und es ist ihnen offensichtlich nichts passiert. Den Bewohnern geht es den Umständen entsprechend gut. Der Rettungsdienst steht hier bereit und kümmert sich bei Bedarf um die Bewohner. Hier im Hintergrund ist auch eine Drehleiter im Einsatz. Reet ist ein Material das leider sehr brandanfällig ist. Sobald es in Brand gerät greift das auch sehr schnell um sich. Für die Feuerwehren ist es eine enorme Herausforderung dies zu löschen. Dadurch dass das Dach des Hauses im Einsatzverlauf eingestürzt ist haben wir einen massiven Löschangriff von außen gestartet, hierbei unterstützt uns auch die Drehleiter. Ein Nachbar hatte wohl die Rauchentwicklung festgestellt, daraufhin den Notruf gewählt. Die Leitstelle hat dann gleich mit dem Stichwort "Feuer, Menschenleben in Gefahr" alarmiert. Der Nachbar hat dann umgehend gehandelt und die betroffenen Personen aus dem Gebäude geholt und sich um diese gekümmert. Das Gebäude ist das zweitälteste hier in Norderbrarup, es wurde 1832 erbaut. Von vorne ist die Größe des Hauses erstmal gar nicht erkennbar, im hinteren Bereich ist im späteren Verlauf mal ein Anbau mit Wohnungen angebaut worden. Aktuell befinden sich ungefähr 100 Einsatzkräfte hier vor Ort. In der ersten Alarmierung wurden sechs Feuerwehren aus dem Bezirk Norderbrarup alarmiert. Noch während des Ausrückens wurde das Alarmstichwort erhöht und weitere Feuerwehren alarmiert. Rettungsdienst und Notarzt sind auch vor Ort, ebenso wie der Energieversorger, der hier mit Hilfe eines Baggers versucht die Gaszufuhr für das brennende Gebäude abzustellen."

    Unsere Bilder
  • Totale der Einsatzstelle, starke Rauchentwicklung
  • Brennendes Nebengebäude, Flammen schlagen aus Gebäude
  • Flammen schlagen aus Strohlager, brennendes Reet am Boden
  • Feuerwehrleute bei Löscharbeiten unter Atemschutz
  • Drehleiter im Einsatz, Löscharbeiten von oben
  • Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge vor Ort
  • Einsatzkräfte besprechen sich
  • Arbeiter in Baugrube, Gaszufuhr wird abgestellt
  • Schnittbilder

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